Das Jahr 1966 ist die Zeit der außerparlamentarischen Opposition (APO) in der Bundesrepublik. Die damalige CDU/CSU-FDP-Regierung unter Ludwig Erhard scheitert an der schwachen Finanzlage des Bundes und der Wirtschaftskrise. Kurt-Georg Kissinger wird Kanzler und bildet zusammen mit der SPD eine große Koalition. Politische Unsicherheit und Verdrossenheit, sowie Studentenrevolten prägen die Bilder dieses Jahres. In diese Zeit fällt die Gründung des Gewerbe- und Handelsvereins Schönaich.

Im Hotel Pfefferburg versammelten sich die Gewerbetreibenden damals und berieten über Zielsetzungen und gemeinsame Interessen. Erster Vorsitzender wurde der Unternehmensberater Werner Groß, der zunächst durch ein einheitliches Bild der Werbung, die Mitglieder des GHS der Öffentlichkeit präsentierte.

Diskussionsabende zwischen dem GHS, der Gemeindeverwaltung und der Planungsgemeinschaft fanden statt und dabei konnte der gewollte Einfluss in der Gemeinde  durch wichtige Denkanstöße für die Ortsplanung gegeben werden, welche dann schließlich auch zur Umsetzung kamen.

Im Jahr 1970 erfolgte der Eintrag in das Vereinsregister sowie der Beitritt in den Dachverband des "Bundes der Selbständigen", aus dem der Verein im Jahr 2007 nach einem Mehrheitsbeschluss wieder austrat. Formulierter Auftrag des GHS Schönaich war damals der Zusammenschluss aller Gewerbetreibenden aus Industrie, Handel und Handwerk.

Die erste Gewerbeschau fand anlässlich der Einweihung des Rathauses 1971 statt. 48 Aussteller fanden sich damals ein und präsentierten ihr jeweiliges Gewerbe.

Mit jedem Vorsitzenden wurde das Engagement des GHS weiter ausgedehnt. So fanden Wanderungen und Ausflüge statt, die GHS-Frauen organisierten gemeinsame Nachmittage und der Weihnachtsmarkt, der mittlerweile von der Gemeinde organisiert wird, wurde etabliert. Unter Vorsitz von Karl-Heinz Schild (1986-1992) stellte der GHS den ersten Maibaum auf und wirkt seitdem beim jährlich stattfindenden Entengassenfest mit. 2007 fand durch die Initiative von Vorstand Markus Schwarz das erste Rosenstraßenfest statt und wird seither unter Mitwirkung verschiedener Vereine immer an einem Wochenende im Mai veranstaltet.

Im Rahmen des 25jährigen Jubiläums, das im November 1991 mit einem großen Ball gefeiert wurde, konnten 29 Mitglieder für ihre 25 Jahre andauernde Mitgliedschaft geehrt werden.

Auch schwere Zeiten hatte der Verein zu bewältigen. Nach dem Rücktritt von Rolf Michaelis (Vorsitzender von 1993-1997) stand der Verein kurz vor dem Aus, da sich kein Nachfolger finden wollte. Nur durch die Bereitschaft von Fritz Kazmaier, Dieter Schühle senior und Kurt Wieland, sich gemeinsam zur Wahl des Vorstands zu stellen, konnte der Verein weiter bestehen. Auch im Jahr 2010 gab es Turbulenzen, als der gesamte Vorstand und Ausschuss nicht mehr zur Wiederwahl antrat. Nachdem die Mitglieder sich jedoch bereit erklärten, das Engagement der Vereinsspitze wieder mehr zu unterstützen und sich einzelne Fachgruppen (Industriegebiet, Innenstadt & Handwerk) gebildet hatten, erklärte sich Markus Schwarz (Vorsitzender seit 2007) zur erneuten Kandidatur und wurde in seinem Amt bestätigt.